Real Talk: Leben mit Zyklus – wie ich PMS & Leistung endlich in Balance gebracht habe
Heute wird’s sehr weiblich – und sehr real. Ich wollte diese Folge eigentlich schon lange mal strukturiert aufnehmen, aber wie das Leben so spielt: Manchmal braucht es den Moment, in dem es wieder akut ist. Und genau so ein Tag war heute.
Ich spreche über den weiblichen Zyklus, PMS und diesen Druck, immer “linear” funktionieren zu müssen – obwohl unser Körper in Wellen läuft. Und ich teile mit dir, was ich mir über die Jahre wirklich antrainiert habe, um nicht jeden Monat gegen mich zu kämpfen, sondern mit mir zu arbeiten.
Hier findest Du die Folge zum reinhören. Danach geht es mit dem Artikel weiter:
Warum ich darüber spreche (und warum es so viele betrifft)
Ich kenne so viele Frauen, die unter PMS leiden. Und ich selbst auch. Bei mir war es über Jahre so stark, dass ich das Gefühl hatte: Zwei Wochen laufe ich nach vorne – und dann kippt es, und ich gehe wieder zwei Wochen zurück. Als würde ich auf der Stelle treten. Hormone, Stimmung, Energie, Selbstbild – alles beeinflusst sich gegenseitig.
Und ich möchte hier keinen medizinischen Vortrag halten. Ich bin kein Arzt. Ich teile einfach das, was mir geholfen hat: pragmatisch, alltagstauglich und ehrlich.
Das Problem: Das Leben ist nicht auf den Zyklus ausgelegt
Die Welt läuft “maskulin” – linear. Jeden Tag gleiche Leistung, gleiche Energie, gleiche Laune. Und wenn du als Frau dann in einer Phase bist, in der du innerlich eigentlich langsamer werden müsstest, fühlst du dich schnell falsch. Oder schwach. Oder “zu emotional”.
Und dann kommt dieses klassische: “Stell dich nicht so an.”
Aber die Wahrheit ist: Der Zyklus ist nicht nur “Periode”. Es sind Phasen. Und diese Phasen machen etwas mit uns – mental, emotional, körperlich. Wenn du das ignorierst, arbeitest du irgendwann gegen deinen Körper. Und das ist auf Dauer einfach nur anstrengend.
Mein Wendepunkt: Ich kann den Zyklus nicht streichen – also passe ich mein Leben an
Ich habe irgendwann entschieden: Ich kann nicht jeden Monat fast ins Burnout rutschen, nur weil ich so tue, als wäre mein Körper ein Roboter. Also habe ich begonnen, mein Leben passend zu machen.
Das klingt vielleicht erstmal nach “noch mehr Optimierung”, aber ich sag dir: Es lohnt sich. Weil es dich entlastet. Und weil du plötzlich nicht mehr das Gefühl hast, ständig hinterherzulaufen.
Meine Basis: Zyklus tracken (damit es vorhersehbar wird)
Der erste Schritt war simpel: Ich tracke meinen Zyklus mit einer App. Wenn du mit deinem Zyklus arbeiten willst, musst du wissen, wo du stehst. Nach ein paar Monaten erkennst du Muster: Zykluslänge, Timing, wie du dich in welcher Phase fühlst.
Ich halte es bewusst einfach: Für meinen Alltag reichen mir drei Bereiche:
- Menstruation
- Follikel-Phase (nach der Periode bis zum Eisprung)
- Luteal-Phase (nach dem Eisprung bis zur Blutung)
Phase 1: Menstruation – ich nehme mich raus
In der Menstruation mache ich – wenn möglich – weniger. Punkt. Ich erlaube mir, kein schlechtes Gewissen zu haben. Gerade als Mutter sind wir gefühlt 24/7 “in Betrieb”. Und dann soll man auch noch beweisen, wie krass man ist, während man Schmerzen hat, Krämpfe, Kreislauf, Stimmung, Haut, alles?
Nein. Wirklich: Gönn dir zwei Tage. Wenn du kannst, plan sie ein. Wenn du angestellt bist, ist es völlig legitim, dich rauszunehmen. Du arbeitest sonst so oft gegen dich – das musst du nicht auch noch in diesen Tagen tun.
Phase 2: Follikel-Phase – meine Vollgas-Zeit
Nach der Periode bis zum Eisprung bin ich meistens am stärksten: mehr Energie, mehr Lebensfreude, mehr Kreativität, mehr “Bäume-ausreißen”-Gefühl.
Und genau da mache ich alles, was Präsenz braucht:
- Termine, Meetings, Präsentationen
- Social Media & Content, alles was “sichtbar” ist
- kreative Aufgaben
- Freunde treffen, Dinge, die laut sind
- große To-dos vorarbeiten
Ich nutze diese Phase bewusst, weil ich weiß: Danach kann es kippen. Und das ist okay. Aber ich plane eben so, dass ich nicht überrascht werde.
Phase 3: Luteal-Phase – kritischer Blick statt großer Bühne
Nach dem Eisprung merke ich bei mir oft ganz deutlich, wie ein Schalter umkippt. Ich werde kritischer, selbstkritischer, verkopfter. Ich hinterfrage alles. Und ja: Das kann ultraanstrengend sein.
Aber ich habe gelernt, darin auch einen Nutzen zu sehen.
In dieser Phase mache ich Dinge, die keinen “Bühnenmodus” brauchen:
- Haushalt, Ordnung, Struktur
- Organisation, Planung, Großeinkauf
- Themen, die einen kritischen Blick brauchen
- Reflexion & Journaling
Und ganz wichtig: In dieser Phase treffe ich möglichst keine großen Entscheidungen. Ich sammle Gedanken, beobachte, sortiere – aber ich entscheide später.
Mein wichtigster Trick: Emotionale Themen parken
In dieser Phase kann ich schneller gereizt, traurig, wütend, überemotional sein. Und ich habe festgestellt: Viele Konflikte entstehen genau dann – weil man Dinge persönlich nimmt, unobjektiv wird, schneller reagiert.
Mein Satz an mich selbst ist dann:
“Kim, fühl es. Nimm es ernst. Aber reagiere nicht sofort.”
Ich parke das Thema. Ich lasse “Gras drüber wachsen”. Und nach der Blutung schaue ich nochmal drauf – aus einer objektiveren Perspektive. Und ganz oft denke ich dann: “Okay… dafür der ganze Stress?”
Das ist für mich ein Gamechanger gewesen. Weil ich so viel weniger bereue, so viel weniger eskaliere – und mein Nervensystem nicht ständig in Alarmbereitschaft ist.
Planbarkeit im Alltag: Termine zyklusfreundlich legen
Ich versuche, wichtige Termine nicht in die Menstruation zu legen. Präsentationen, große Meetings, “jetzt muss ich performen” – das plane ich, wenn es geht, in meine Vollgas-Zeit.
Klar: Man kann nicht alles kontrollieren. Manchmal fällt was rein. Ich habe jetzt zum Beispiel auch ein Event (Kindergeburtstag), das in so ein Zeitfenster rutscht. Dann ist es eben so. Aber es macht einen riesigen Unterschied, ob es ein Termin ist – oder ob du dir alles vollknallst.
Live Update: Karnevalsparty für Kinder (Rheinland in Berlin)
Nach dem Zyklus-Teil nehme ich dich noch kurz mit in meinen Alltag: Ich organisiere gerade eine Kinder-Karnevalsparty. Wir kommen aus dem Rheinland – Karneval ist bei uns DNA. In Berlin ist das eher “nicht so das Ding”, und in unserer Bubble ist es sogar noch internationaler.
Ich freue mich total drauf, weil es einfach mal etwas anderes ist als immer nur Kindergeburtstage. Und ja: Ich habe Kostüme gekauft – eins davon schießt den Vogel ab. Ob mein Ego das zulässt, es wirklich zu tragen, wird sich zeigen. Aber eins ist sicher: Es wird bunt. Und ich werde es auf Social Media zeigen.
Body Reset: Mein sanfter Jahresstart (mit Link)
Am Ende der Folge spreche ich noch über meinen Body Reset – eine sanfte, alltagstaugliche Reset-Routine, die ich jedes Jahr mache. Kein radikales Fasten, kein “ich quäle mich durch”, sondern hormonfreundlich, entzündungsarm, proteinreich und machbar.
Wenn du dir das anschauen möchtest, findest du hier alle Infos:
Mein Fazit
Wenn du als Frau ständig das Gefühl hast, du arbeitest gegen dich: Schau dir mal deinen Zyklus an. Nicht als Ausrede, nicht als Drama – sondern als System. Wenn du die Phasen kennst und dein Leben ein kleines bisschen danach ausrichtest, wird es auf einmal so viel leichter.
Und wenn du ein Mann bist und bis hierhin gelesen hast: Respekt. Vielleicht hilft dir das, Frauen in deinem Umfeld (Partnerin, Schwester, Tochter, Kollegin) besser zu verstehen – und ein bisschen “mit der Welle” zu gehen.
Schreib mir super gerne Feedback: Machst du das schon? Oder war das neu für dich? Du kannst mir auch privat schreiben – ich lese das wirklich.
Tags: Zyklus, PMS, Menstruation, Lutealphase, Follikelphase, Nervensystem, Selbstfürsorge, Frauenalltag, hormonfreundlich leben, Body Reset
